Bundesradsporttreffen in Großstadt bedeutet besondere Herausforderungen

Vom 23. bis 29.Juli 2017 fand das Bundesradsporttreffen 2017 in Hannover statt. Ein Bundesradsporttreffen stellt an die Organisatoren andere Ansprüche als eine regelmäßig durchgeführte RTF.

Sieben Tage in Folge mit unterschiedlichen Touren (meist 40, 70 und 100 Kilometer), die unterschiedlichen Teilnehmergruppen der Radwanderer und der RTF-Fahrer, täglich einige hundert bis über tausend Teilnehmer sind nur einige der Probleme.

Es gilt Parkplätze vorzuhalten, ein Rahmenprogramm zu organisieren, Essensmöglichkeiten bereitzustellen, Getränkestand, professionelle Radreparatur usw. usf. Die jährlichen Bundesradsportreffen sind eine riesige logistische Herausforderung für den BDR und die jeweiligen Veranstalter.
Auch die Veranstalter in Hannover mussten an der einen oder anderen Stelle organisatorisch nachbessern. Beim Start der BRT-Woche am Sonntag, mit 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, häuften sich die Beschwerden über eine unzureichende Ausschilderung. Trotz der Bemühungen des Veranstalters wurde diese am Montag im Stadtgebiet Hannovers weiterhin stark kritisiert. Hier wurde ein zweites Problem deutlich: der Start- und Zielort liegt mit dem Stadion von Hannover 96 im städtischen Zentralbereich. Um abwechslungsreiche Ein- und Ausfahrten aus der Stadt zu ermöglichen musste teilweise stark auf städtischen Straßen gefahren werden. Bei einem Ort mit mehr als 600.000 Einwohnern ergeben sich viele Richtungswechsel. Das stellt besondere Anforderungen an die Ausschilderung und die Aufmerksamkeit der teilnehmenden Sportler. Kleine Unaufmerksamkeiten führen den Sportler leicht in die Irre.
Die sintflutartigen Regenfälle am Montagnachmittag und in der Nacht zum Dienstag zwangen die Veranstalter dazu, die Fahrten am Dienstag aus Sicherheitsgründen abzusagen. Überflutete Straßen, umgefallene Bäume bildeten ein zu hohes Risiko für die Unversehrtheit der Teilnehmer.
Dafür gab es am Mittwoch eine Entschädigung in Form einer zusätzlichen 150 km-Tour, sodass der Hunger auf Kilometer zumindest zum Teil ausgeglichen wurde.
Ab Montag, spätestens aber ab Mittwoch waren Veranstalter und REWE, das personell und materiell die Veranstaltung, insbesondere bei der Verpflegung unterstützt auf den Mengenbedarf der Radsportler eingestellt, der ja tatsächlich eher außergewöhnlich ist.
Zumindest bei der 100-km-Tour am Donnerstag wurde das Schloss Marienburg zweimal angefahren. Nachdem wir bereits am Sonntag feststellen mussten, dass die Gegend um Hannover nicht nur topfeben ist, war dies die zweite Möglichkeit, so etwas wie Kletterfähigkeiten zu beweisen. Viele Teilnehmer nutzen die Möglichkeit zu einer Schlossbesichtigung.
Am Freitag wurden die Teilnehmer bereits vor dem Start darauf hingewiesen, dass aufgrund verschiedener Straßensperrungen und daraus nötiger Streckenveränderungen am  Ende 15 bis 20 zusätzliche Kilometer auf dem Zähler stehen würden. So wurde unnötiger Verärgerung vorgebaut. Aber auch an diesem Tag führten unklare Ausschilderungen bzw. Wegweisungen, die in der Fülle der städtischen  Hinweisbeschilderungen untergingen für Probleme bei vielen Teilnehmern.
Doch der Mensch ist lernfähig. Bei der Abschlusstour am Sonnabend glänzte die Strecke mit einer vorbildlichen Ausschilderung, die auch während der Tour kontrolliert und nachgebessert wurde. Am Nachmittag ging das Bundesradsporttreffen Hannover mit einer großen Abschlussfeier mit Bühnenprogramm und Bannerübergabe zu Ende.
Für RTF-Radfahrer  und Radwanderer jedes Jahr ein Superereignis gilt der Dank Berndt Schmidt, dem BRT-Verantwortlichen des BDR, insbesondere aber den 60 Vereinen der Region Hannover, die in diesem Jahr dies Treffen möglich gemacht haben. Und: Alle Interessierten können sich schon jetzt freuen auf das Bundes-Radsport-Treffen 2018 vom 21. bis 28. Juli kommenden Jahres in Langenselbold im Radsportbezirk Main-Spessart-Rhön.