Nachtrag zu "Achtung - Termin findet ..... nicht statt!"

Kommentare

Hallo Heiner,

Mir gefallenen deine Einschätzungen und öffentliche Briefe immer sehr gut! Daher freut es mich auch, diesmal eine andere Meinung zu haben.
Ich würde nächstes Jahr nämlich sehr gerne am Besuch des Schieß- und Sportverein Kassau teilnehmen. Nicht nur wegen meines Interesses an den Schießsport, sondern auch im Interesse an unseren Vereinskollegen, der schon viel für diesen Sport getan hat.

Der Schießsport ist offiziell als Sportart anerkannt und ein Widerspruch sollte sich an der Definition des Sports richten.
Demnach ist die persönliche Wertevorstellung auch genau zu begründen, damit man den darauffolgenden Widerspruch (Schießsport ist keine Sportart) logisch folgen kann, auch wenn man selbst andere Ansicht ist.

Die eigentliche Frage ist aber: Wenn der Schießsport eine Sportart ist, sollte man diese auch ausüben?
Waffen können und werden von Menschen missbraucht, also illegitime Gewaltanwendung (engl. violence). Um die legitimierte Gewalt  (oder Gewaltmonopol des Staats; engl. power) zu erhalten, muss man diese Gewalt (violence) kontrollieren. Dies lässt sich am Besten bewerkstelligen, indem man Waffen, durch die Gewalt des Staats (power), legalisiert, um sie einzuschränken und zu kontrollieren.
Das Nutzen der Waffen im Schießsport stellt allerdings überhaupt keine Gewalt dar, da die
Waffen nicht benutzt werden, um mit anderen Personen/Tieren überhaupt zu interagieren (zu zwingen, bedrohen, verletzen). Es wird folglich in keinster Weise illegitime Gewalt (violence) angewendet!
Schießsportler werden im Umgang mit Waffen sensibilisiert und Unfälle werden nahezu ausgeschlossen, dank der Allgemeinen Waffenverordnung, dem Waffengesetz und der Sportordnung des Deutschen Schützenbunds. Also dient der Schießsport sogar der Prävention der illegitimen Gewaltanwendung durch Waffen und schützt den Gewaltmonopol des Staats!

Wenn man nun alternative Sportarten für Sportschützen anbieten möchte, muss man sich schon etwas mehr mit Motivation auseinandersetzen, anstatt sich direkt auf den Geschicklichkeitsaspekt zu beziehen. Wenn ein Kind Ritterbücher liest, so kann es dies aufgrund der Interesse an Rittern oder am Interesse des Lesens tun. Genauso kann der Sportschütze seine Geschicklichkeit, mentale Kontrolle, Fitness trainieren wollen oder hat ein großes Interesse an der Geschichte der Waffen (Bsp.: Bogenschießen im Mittelalter), der Entwicklung oder den Techniken. Neben diesen intrinsischen Motivation kommen noch viele weitere äußerliche Motivationen dazu..

Der Schießsport ist also sehr wichtig für die Prävention des Waffenmissbrauchs und nicht zu Letzt auch für die Sportler, die ihn betreiben.
Letztendlich sollte man sich über gar keine abgesagten Besuch einer anderen Sportarten freuen!

Jan-Christoph

Hallo, liebe Radsportfreunde,

wirklich gefreut habe ich mich über die Nachricht, dass der Besuch beim Schieß- und Sportverein Kassau aus Mangel an Interesse nicht stattgefunden hat! Und ich hoffe sehr, dass es dem angedachten Folgetermin im nächsten Jahr genau ebenso ergeht!

Wozu brauchen wir in einer demokratischen Zivilgesellschaft ein Training mit Schusswaffen? Solch eine Einübung ist nach meinen persönlichen Wertvorstellung kein Sport, und wir alle wissen sehr gut, wie oft Waffen missbraucht werden, nicht nur von Privatpersonen, sondern auch von Staaten oder anderen kriminellen Organisationen. Das Gewaltmonopol aber gebührt allein demokratisch legitimierten und dafür eingesetzten Institutionen wie Polizei und Bundeswehr, und ich halte es für falsch und widersinning, sich in der Handhabung von Feuerwaffen, soweit das nicht zur Berufsausübung gehört. zu trainieren.

Es gibt weiß Gott genug andere Felder und Möglichkeiten, sich in Geschicklichkeiten  verschiedenster Art zu trainieren und Höchstleistungen zu erreichen. Zum Beispiel könnte man ja Radpolo spielen und bei ausreichendem Talent viele, viele Tore schießen!

 

Heiner, mit seiner ganz persönlichen Einschätzung